Drei Frauen

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Es ist seltsam, da lese ich ein Buch eines Mannes, eines Amis über drei Frauen, die über sieben Jahrzehnte miteinander verknüpft sind, obwohl sie sich nie gekannt haben und merke nicht, dass es ein Mann ist, der dies schrieb. Ich weiss es zwar, aber ich merke es nicht. Er schreibt so einfühlsam, zart, poetisch, wie ich es mir nur von Frauen gewöhnt bin. Herzenssprache. Seine Sprache versetzt mich in einen speziellen Zustand, ich würde ihn sphärisch nennen, irgendwie zwischen der Zeit, zeitlos, alles erscheint nichtig und doch ist es das, was wir haben, was uns bewegt, was uns umtreibt, weiter zu gehen, fort zu fahren, inne zu halten, Entscheide zu treffen oder uns entscheiden zu lassen. Und wieder einmal registriere ich, wie eine Türe aufgeht, wie ich erkenne, dass Amerika auch durchaus andere Seiten hat als dieses Rohe, Eingebildete, Bauchnabel-Gehabe. Etwas Zartes, das in dieser Geschichte aufschimmert, etwas Zwischentöniges, etwas Nonkonformistisches, etwas, das hinter der Bühne stattfindet, nach Erlöschen der Scheinwerfer, wenn alle gegangen sind und doch hallt es noch tonlos im Raum. Etwas, bevor die Putzequipe aufräumt und alle Spuren beseitigt. Vielleicht so, als stünde die Zeit für einige Zeit still, als könnte man sie kurz anhalten, einfach weil der Moment danach ist, weil nichts anderes wichtig ist als dieser Moment. Kind sein und doch so viele Schätze als Erwachsene gesammelt haben.....
BJ

   

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