Die Köchin

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In der Entstehungsgeschichte der Menschheit gehen heutige Forschende davon aus, dass die als Homo erectus bezeichneten Urmenschen, die im Vergleich zu anderen Primaten deutlich kleinere Backenzähne besassen, bereits vor 1,8 - 2 Mio Jahren Steinwerkzeuge benutzten und gekochte Speisen zubereiteten.

Die Verkleinerung der Backenzähne ist gegenüber Primaten so stark, dass sie laut den Forschenden ihren Grund in den veränderten Ernährungsgewohnheiten haben müssen. Es wird davon ausgegangen, dass sich in der Menschheitsgeschichte mit der Entstehung des Homo erectus vor etwa 1,9 - 2 Millionen Jahren eine Veränderung der Essgewohnheiten von Rohkost hin zu weicher und zubereiteter Nahrung vollzogen haben muss. Ebenso weise auch ein geringeres Darmvolumen darauf hin, dass bereits diese Ur-Köchinnen gekochte Speisen zubereiteten, denn die Backenzähne, auch Molaren genannt, funktionieren wie Mühlsteine und zermahlen die Nahrung zu verdaulichen Stücken.

Durch das Zubereiten der Nahrung mit Werkzeugen und Hitze wurden die Lebensmittel weicher und damit leichter essbar. Die Folge davon sind kleinere Backenzähne und eine kürzere Essenszeit.

Gewöhnliche Primaten verbringen fast die Hälfte des Tages mit Essen. Wegen der gekochten Nahrung werden dafür nur noch etwa 5 Prozent der Zeit verwendet, denn die kleineren Backenzähne weisen darauf hin, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte eine Entwicklung zu einem kürzeren Essen stattgefunden hat. Gemäss aktuellen Erkenntnissen von Zahndaten, Körpergewicht und dem Erbgut im Vergleich von Primaten, ausgestorbenen Hominiden und modernen Menschen fand diese Entwicklung vor ca. 1,9 - 2 Mio Jahren statt.

Die veränderten Essgewohnheiten weisen darauf hin, dass Urmenschinnen Speisen mit Hilfe von Feuer und Werkzeugen zubereiteten. Sie gehören zu den ersten Köchinnen in der Menschheitsgeschichte.

Das Kochen gehört zu den ältesten und wichtigsten Kulturtechniken der Menscheit. Nach 125'000 Generationen von Köchinnen gilt das Kochen auch heute noch vielerorts als Frauenarbeit. Für Frauen ist Kochen so selbstverständlich wie Kinderkriegen, so dass das Kochen heute zum genetischen Erbgut der Frauen gehört.

 

 

   

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